Reisebericht Nummer 2 – Bolivien

21 Mrz

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Beeindruckend, wie unzuverlässig ich diesen Blog führe! Und zu welchen Zeiten. Heute mal: Morgens vor der Arbeit. Viel Spaß. 🙂

Also Reisebericht Bolivien, noch kürzere Stichpunkte, die Reise war nämlich viel länger als Uruguay und sonst liest sich das ja niemand mehr durch, ne? 😉

Losgefahren am 2.1. gegen 11 Uhr bei strömendem Regen hier in BA –  30 Stunden Busfahrt bis knapp hinter der Grenze, erstaunlicherweise ohne Langeweile und mit tollen Aussichten („Schau mal, ein bunter Berg!!“ „Oooooh ein Kaktus!“ „aaaah kuck mal, ein Lamaaa!“ Und alle anderen waren Bolivianer und konnten unsere Begeisterung nicht nachvollziehen…)

– In Villazón einen Bus nach Uyuni genommen (nachdem der Grenzstress mal überwunden war) – zwischen kokakauenden Bolivianern eingequetscht und mit Höhenkrankheit kämpfend auf unbefestigten Straßen bei immer noch strömendem Regen irgendwelche Berghänge entlang gefahren, relativ direkt am Abgrund, flößt einem dann schon Respekt vor der Höhe ein… – Nacht um 2 in Uyuni angekommen und zum Glück nach ner Stunde Suche doch noch ein Hotel gefunden – am nächsten Morgen früh aufgestanden um 3-Tages Tour zu buchen, dann 3 wunderwunderwunderwundervolle Tage in einem Tour Auto verbracht. Unglaublich viele überwältigende Eindrücke in kürzester Zeit, einen Fotoakku da schon aufgebraucht, und ziemlich coole Leute kennengelernt. Die Highlights: Salzwüste, Salzwüste, Salzwüste, Isla de los pescadores (mit vielen Kakteen), im Salzhotel geschlafen, Lagunen in tollen Farben mit Flamingos, heiße Geysire auf knapp 5000m Höhe, Schneeballschlacht in der Wüste auf gleicher Höhe, bizarre Steinformationen und und und und… es war richtig cool. -> Bilder anschauen. Dann abends über Nacht weiter mit dem Bus nach Sucre.

– In Sucre das allerschönste Hostel der Welt gehabt, war eher ein Hotel und leider war durch einen Fehler nur noch das Premium Zimmer frei, für das wir dann aber natürlich nicht mehr zahlen mussten. Da dann erstmal entspannt, total in die Stadt verliebt (eine Stadt, die eine große Saft- und Obstkultur hat, wo Cocktails weniger als einen Euro kosten, wo sich grade neben der Musik- und Theater auch noch eine alternative Szene entwickelt, die für ihre Schokolade berühmt ist… Halloho? ) und ein bisschen das Land genossen. Mittags Essen vom Markt gegessen, durch die Stadt geschlendert, was man halt so macht. Dann viel zu früh weiter nach La Paz. 

– In La Paz Souvenirs geshoppt. Und unsere Tour organisiert, am nächsten Tag nämlich weiter auf einen Berg Pass und von dort aus drei Tage gewandert, so mit Zelt und so. Und das war ganz schön krass, weil einfach ganz schön weg von allem. mehr Infrastruktur, als den alten Inkapfad, den wir da gelaufen sind, gabs nicht. und es waren Berge, also am ersten tag erst 200m auf- und dann 1000m abgestiegen, das fand mein rechtes Knie leider nicht so lustig und ich hatte die beiden anderen tage (an denen wir auch nicht weniger auf- bzw. abgestiegen sind) heftige Schmerzen und Paracetamol hat nix gebracht und ich musste aber weiterlaufen, weil hatten ja keine andere Option und ja. War jetzt vom Laufen her nicht ganz so lustig, bin ganz schön an meine Grenzen gestoßen. dafür war die Landschaft unglaublich. Also wir sind von karger Hochebene in 2 Tage in die tropischen Yungas abgestiegen, richtig krass. Das hat mich dann ziemlich entschädigt. 🙂 Auch hier -> Bilder anschauen, man kanns einfach mit Worten schlecht nacherzählen. 

– Dann einen halben Tag in Coroico festgesessen, weil der einzige Automat, der Visa genommen, kaputt war, durch die Regenzeit war der Anschluss zur Hauptbank gestört. Und wir hatten kaum noch Bargeld. Fehler. Zum Glück dann irgendwie doch noch an Geld gekommen (ganz schön abenteuerlich) und so zurück nach La Paz gelangt. 

– In La Paz geschlafen und am nächsten Morgen früh zum Titicacasee gefahren. Und da wurden zum ersten Mal unsere Reisepässe kontrolliert. Und wir hatten in unserer morgendlichen Dummheit die tolle Idee gehabt „Auf der Strecke werden öfter Busse überfallen und wir können unsere Sachen ja hier sicher im Hostel lassen und bisher haben wir die Reisepässe eh nie gebraucht, dann lassen wir sie lieber im Hostel, wir sind ja eh nur über Nacht weg und morgen wieder da“. War keine gute Idee. Haben zum Glück eine Sondergenehmigung bekommen, mussten uns dann aber innerhlab von 24h in La Paz melden (bolivianische Behörden. Yeaay. ) Deswegen war unser Ausflug auf die Isla del Sol dann auch nur halbtägig und wir haben in Copacabana übernachtet und sind am nächsten morgen zurück nach La Paz.

Der Behördengang war zum Glück erstaunlich einfach und unspektakulär und dann blieben uns noch ca. 24h in La Paz, leider war unsere Energie schon vorher alle. Und nachdem es kalt und trüb und mein Knie immer noch ganz schön kaputt war, haben wirs uns dann mal bisschen gut gehen lassen, haben noch Sushi und Pizza gegessen (weltbeste Pizza) und haben Bolivianisches Fernsehen geschaut. (Hatten nämlich einen Fernseher im Hostel). 

Und dann gings am 18. 1 auch schon zurück (diesmal geplant 48h im Bus, im Endeffekt hatten wir ca 8h Verspätung, das Unternehmen war nämlich Mist.) 

Das ist jetzt die ganz grobe Grobfassung, da fehlen jetzt natürlich die ganzen Geschichten, wie die, als der Brasilianer die Bustür eingetreten hat, damit wir aufs Klo können, oder die, als ich fast an einem Tacco gestorben wäre, oder die, als wir 6 mal bestellen mussten…. Aber das passt hier einfach alles nicht hin. 

Was vielleicht noch erwähnenswert ist, ist, dass ich mich zum Ende hin immer mehr bewegt habe, als wäre ich ca. 70 Jahre älter, einfach weil mein Knie doch kaputter war als gedacht und ich da aber keine Rücksicht drauf nehmen konnte und dann sah das mit dem ins Auto einsteigen und so immer nicht ganz so elegant aus, sehr zur Belustigung von Rebekka. 😛 Wir haben nämlich La Paz komplett im Taxi erkundet, die Stadt ist nämlich komplett in ein Tal reingebaut (eine richtig blöde Idee, weil da muss man einfach IMMER den Berg hoch oder runter, sobald man das Haus verlässt) und ja. Uuuuund dort haben wir uns auch mit Tonnen von Souvenirs und warmer Kleidung eingedeckt, es war nämlich doch nicht Sommer, wie in Buenos Aires, darauf waren wir irgendwie nicht gefasst… Und jetzt fällt mir noch ganz viel ein, wie toll die Reisebusse da sind zum Beispiel und dass ich Koka noch gar nicht erklärt habe, aber ich beende diesen Bericht jetzt mal vorsorglich, Koka müsst ihr dann halt googeln und ja. 🙂

Eigentlich dachten wir ja, dass es doof ist in andere Länder zu reisen, wenn wir doch eigentlich in Argentinien sind, aber im Endeffekt wars richtig gut, weil man einfach nochmal ganz was anderes gesehen hat und uns oft bewusst geworden ist, was typisch argentinisch ist, wiel es das dann dort eben nicht gab (Mate zum Beispiel… schnüff… )

Kann man weiterempfehlen. 🙂

Reisebericht Nummer 1 – Uruguay

4 Mrz

Unser Hostel in Barra de Valizas 🙂

Immer noch mit ganz schön Verspätung, aber ich hole langsam auf…

Aaaalso in Kurzfassung Reise Nummer 1: Uruguay 26. 12. – 1. 1.

Am 26. losgefahren mit der Fähre nach Colonia del Sacramento, dabei fast Fähre verpasst, weil Bushaltestelle nicht gefunden-

von dort weiter nach Montevideo und von dort nach Barra de Valizas, unser erstes Ziel (ein kleines Hippiedorf am Meer); – Dort deutlich später angekommen als gedacht -> Hostel schon zu. – Geniale Idee gehabt: wir schlafen am Strand! – Grade am Strand bequem gemacht, kurz vor dem Schlafen die Feststellung: es wird gewittern. – Sachen wieder zusammengepackt und als es schon anfing zu regnen zum Hostel zurückgerannt- dort halb im Regen auf bessere Zeiten gewartet – Zum Glück von einem netten Typen reingelassen worden und dann doch noch trocken durch die Nacht gekommen- Am nächsten Tag Strand, so von 11 – 15 Uhr, natürlich ohne Sonnencreme- natürlich total sonnenverbrannt. aber tolle Wellen – restlichen Tag mit Sonnenbrand und leichtem Sonnenstich gekämpft – nächsten Tag auch, konnten weder sitzen noch liegen, weil ganzkörperverbrannt. gar nicht mal so schön.

– Weitergefahren nach Punta del Este, abends angekommen, bisschen rumgelaufen und ganz landestypisch bei McDonalds gewesen 😛 – nächsten Tag am dortigen Strand verbracht, Stadt besteht vor allem aus Hochhäusern und Villen, fanden wir nicht sooo schön, haben aber auf dem Weg zum Strand Aloe Vera gepflückt, um den Sonnenbrand weiter zu bekämpfen 😛  – Abends Stadtrundfahrt gemacht, zu Casa Pueblo gefahren ( riesiges weißes Haus von nem Künstler, bisschen ähnlich Hundertwasser) und dort Sonnenuntergang angeschaut.

– danach noch weitergefahren nach Montevideo und von Julia, einer anderen Freiwilligen abgeholt worden – Bei Julia im Studentenwohnheim geschlafen – Am nächsten Tag Montevideo angeschaut, riiiichtig schön, wenn auch im Vergleich zu BA richtig winzig 🙂 – Am 31. Mittags in die Stadt gefahren und erstmal nass geworden, an Silvester werden nämlich Fußgänger aus den Fenstern raus mit Wasser übergossen und da machen von Kindern bis Bankangestellten auch alle mit, außerdem werden Kalenderblätter aus den Fenstern geworfen, das heißt die ganze Stadt ist voller kleiner Tageskalenderblätter- Den ganzen Nachmittag auf einem Platz in der Nähe des Hafens gefeiert, getanzt, mit Musik und live Percussion und sich gegenseitig mit Wasser, Bier und Cidre durchnässt (irgendwann merkt man nicht mehr, dass Alkohol in den Augen brennt… 😀 ) – so gegen 7 wieder heimgekommen, geschlafen, abends Asado und Salate mit einigen von den Studenten gemacht und um 12 das Feuerwerk vom Flachdach aus angeschaut (immerhin 3. Stock), gefeiert morgens noch mal zum Strand gelaufen

– dann 3 Stunden geschlafen und zurück Richtung Colonia und von dort aus wieder heim. Insgesamt richtig schön, sehr lateinamerikanisches Silvester, mit Samba und Asado, Silvester im Sommer ist- im Gegensatz zu Weihnachten – riiiiichtig schön und Strand ohne Sonnencreme ist keine gute Idee (der Sonnenbrand hat mich übrigens ganze 3 Wochen verfolgt, ich hab mich nämlich einmal komplett gehäutet. ) 

Zugehörige Bilder auf der Reisebilder-Seite 🙂

Frohes neues Jahr! … und was sonst in den letzten zwei Monaten passiert ist :)

24 Feb

Herzlich willkommen zurück und schön, dass der Blog immer noch durchgängig ganz gut besucht wird, auch wenn ich auf den Tag genau zwei Monate leider gar nix geschrieben hab. Tut mir Leid. Zu meiner Verteidigung: es war aber auch ganz schön viel los… Eine kurze Zusammenfassung:

24. 12. Heiligabend: wir (also Rebekki und ich) sind abends, so gegen halb 8 zu einer ganz lieben Familie in das Barrio gefahren, wo ich auch arbeite, die hatten uns nämlich eingeladen. Essen gabs so gegen 11 (typisch argentinisch: spät und Asado), Temperatur so um die 38 Grad, Weihnachtsstimmung leider nicht vorhanden. Also es war schon weihnachtlich, aber null besinnlich. Danach kam Papá Noel (also der Weihnachtsmann) und hat Geschenke verteilt. Der Onkel, der den Weihnachtsmann spielen musste hat mir echt leid getan in langen Klamotten und mit Bart… Passte nicht so ganz, wird aber halt von den Medien so vermittelt und die Kinder wollen ihn so haben.Kurz vor zwölf wurde sich dann versammelt und die Sekunden bis zwölf runtergezählt, dann angestoßen und es gab ein riesiges Feuerwerk. Nochmal zur Erinnerung, Weihnachten. In unseren Köpfen war dann allerdings Silvester… 😀 Die nächsten zwei Stunden habe ich vor allem damit verbracht mit den Kindern auf der Straße mit Feuerwerk und Knallfröschen zu spielen. 🙂 ( waren auch netterweise die ganzen Kinder aus meinem Projekt). Und dann fühlt mans ich schon ganz schön in Argentinien angekommen. 🙂 Ich bin dann später noch mit einer Arbeitskollegin, die in der Nähe wohnt feiern gegangen. Schön wars. Nicht wie unser Weihnachten, aber schön. 🙂 (ach ja, ich habe am 24. auch mit meiner Family daheim geskypt, hatte aber irgendwie keinerlei Heimweh… war auch klimatisch bei euch nicht so super zu der Zeit und ich hatte ja hier genug Leute, die sich gekümmert haben… 🙂 ) der 25. wurde dann vor allem geschlafen und gepackt und viel nichts getan. 🙂

26. 12. – 1.1. Reise nach Uruguay, Bilder folgen auf der Reisebilder-Seite und der die Reiseberichte mach ich gesondert, sonst wird dieser Eintrag ja unendlich… War geprägt von Silvester und Sonnenbrand.

2. – 19. 1. ( Ja, wir waren nur eine Nacht daheim) Reise nach Bolivien, kommt ebenfalls gesondert, war eine richtig unglaubliche Reise!

20. 1. – 25. Zwischenseminar. Schon. Ging auch unglaublich schnell vorbei, viel refelektiert, diskutiert, über Ziele und Herausforderungen geredet, bunten Abend geplant, im Pool geplanscht (jaaaa Pool 🙂 ), noch mehr diskutiert, kreative Gruppenarbeiten gemacht, Mate getrunken und so weiter (auch schon schmerzlich viel an Abreise denken… 😦 ) . War vor allem hammerschön die ganzen anderen Freiwilligen wieder zusehen, den Großteil hab ich ja jetzt auch ein halbes Jahr nicht zu Gesicht bekommen… Ach ja wir waren die Hälfte der ganzen Truppe, also so 35 Leute und stattgefunden hat das ganze in Baradero, drei Stunden nördlich von Buenos Aires.

Abschluss Gruppenfotooo

Abschluss Gruppenfotooo

26. 1. Abschiedsfeier von Julius, ein Freiwilliger, der nur ein Halbjahres Programm gemacht hat. Noch mehr Freiwillige wiedergesehen und schon wieder mit Zurückgehen auseinandergesetzt…

28. 1. Franzi und Ellen vom Flughafen abgeholt! Die beiden Tollen sind mich nämlich für zwei Wochen besuchen gekommen! Uns es war so richtig schön mal wieder jemanden zu haben, der einen länger als ein halbes Jahr kennt und zu merken, dass das eben doch einen Unterschied macht. Und es war schön zu merken, dass, wenn man sich schon so lange kennt, sich eben an der Beziehung nichts ändert, auch wenn man so lange getrennt ist. Und natürlich habe ich mir allen Klatsch und Tratsch von drüben erzählen lassen… 😉

28. 1. – 2. 2. Kleiner Ausflug mit den beiden Girls und Freyja, einer anderen Freiwilligen von MeW, die sich und spontan angeschlossen hat, nach Salta, einer richtig schönen Stadt im Nordosten Argentiniens, mit zwei Tagestouren und viel Souvenirshopping. 🙂

Leider hab ich nur relativ wenig Fotos von Salta, Ellen hat nämlich fotografiert. Deren Kamera ist aber verschwunden. Ich warte mit dem Bilder hochladen vielleicht noch ein bisschen, vielleicht taucht die ja doch wieder auf udn ich bekomm noch bisschen hübschere Bilder. Hier: Impression aus dem Reisebus. (18h Fahrt...)

Leider hab ich nur relativ wenig Fotos von Salta, Ellen hat nämlich fotografiert. Deren Kamera ist aber verschwunden. Ich warte mit dem Bilder hochladen vielleicht noch ein bisschen, vielleicht taucht die ja doch wieder auf udn ich bekomm noch bisschen hübschere Bilder. Hier: Impression aus dem Reisebus. (18h Fahrt…)

Woche danach: ich hab wieder angefangen zu arbeiten, weil Casa San Pablo noch Ferien hatte nur in Creciendo, dem Kindergarten, weil die Provinz nicht gezahlt hat, waren nur wenige Kinder da, aber dazu später mehr. Nebenher waren Franzi und Ellen immernoch da und haben hier Touri-Zeug gemacht und Wochenende und abends und so sind wir dann eben zusammen durch die Stadt getobt. Bisschen anstrengend aber ebenfalls durchaus ne sehr gute Woche.

Der Dienstag noch später (11. 2. müsste das gewesen sein): F. & E. sind an dem Tag abends zum Flughafen und zurück und ich bin morgens zum Ausreiseseminar der argentinischen Freiwilligen gefahren, die nach Deutschland gehen. War ein lustiger Mix aus eben diesen, die kurz vor der Ausreise standen, den argentinischen, die grade von einem Jahr Deutschland zurückgekommen sind und uns. Jeden Morgen Deutschkurs gegeben, Vorträge zu deutscher Kultur und Geschichte ergänzt und lustige Rollenspiele zum Thema Unterschiede zwischen deutschem uns argentinischem Alltag gemacht. (und wenn die so praktische Themen wie Versicherung geklärt haben, haben wir oben Harry Potter geschaut… 🙂 ) Übrigens auch wieder in Baradero. Und es war ziemlich spannend, wie die sich Deutschland so vorstellen, bzw. was die Rückkehrer so erzählt haben… Gutes Ding. (ging übrigens bis Freitag)

Und wieder ein Gruppenbild, diesmal nicht ganz so viele Leute

Und wieder ein Gruppenbild, diesmal nicht ganz so viele Leute

Samstagabend auf eine Feria mit argentinischer Musik und Empanadas und so. Sonntag mit Lena Harry Potter Tag gemacht, aber nur 2 Filme geschafft, dafür das erste Mal, seit ich hier bin bei Subway gegessen, auch ziemlich gut. 🙂

Die Woche über gearbeitet. Es ist derzeit eine Art Sommerprogramm mit weniger Kindern und meistens auch ohne Gruppeneinteilung. Seit dieser Woche dürfen jetzt eben auch die Kinder kommen, die ab März, wenns regulär wieder los geht) neu dabei sind. Also: lauter weinende Kinder, die noch nicht wissen wies läuft, lauter überbesorgte Mütter/Väter/Omas/Paten/Großtanten/etc., die lieber mal den ganzen Vormittag da bleiben und uns zuschauen, also riiiichtig viel zu tun. Aber macht immer noch Spaß, jetzt sogar noch mehr, weil ich inzwischen richtig mitarbeiten kann. 🙂

Gestern Abend haben wir uns den argentinischen Karneval angeschaut (das machen wir sicher nochmal, dann mach ich Bilder 😉 ) und heute mal wieder auf einem Asado gewesen, Mittwoch kommen die nächsten Besucher, es ist sozusagen tatsächlich einiges los. 🙂

Weitere Einträge, die demnächst wohl noch kommen: Reiseberichte und Bilder, Geld (weil hier nämlich diesbezüglich einiges schief läuft) und evtl. mal eine Zwischenbilanz, so weil halbes Jahr um und so.

Aaaaach apropos halbes Jahr um, was evtl noch interessant sein könnte: am 12. 2. war ich genau ein halbes Jahr hier, vor ca. einer Woche habe ich erfahren, dass ich Argentinien wohl am 8.8. über Madrid, Richtung München verlassen werde, am Tag vorher habe ich meinen Studienplatz für Medizin in Erlangen bekommen (ist allerdings noch nicht klar, ob ich den annehmen werde. mal schauen…). Soweit dazu.

Ich hoffe jetzt sehr, dass die Absätze mit übernommen werden, wenn ich gleich auf „Beitrag veröffentlichen“ klicke, weil sonst wird das ein langer Fließtext…. 😀

Bis demnächst und schön, dass ihr wieder mitlest 🙂

Ziemlich erschütternd

24 Dez

Ich hatte neulich mal wieder so ein Erlebnis, was mich geschockt hat. Zwar habe ich inzwischen einiges gesehen und noch mehr durch Erzählungen mitbekommen, trotzdem war ich neulich tief erschüttert. Der Grund: ein fünfjähriges Mädchen, das einige Tage nicht im Kindergarten gegangen war und dann so unterernährt war, dass es sich kaum auf den Beinen halten konnte.

Das war nicht das erste Mal, dass ich das erlebt habe, das Mädchen kam schon öfter sehr matt in den Kindergarten, nach dem Frühstück war es dann aber meistens deutlich besser. Dieses mal nicht.

Und ein Kind vor mir sitzen zu haben, dass mit eingefallenen Augenhöhlen teilnahmslos vor sich hin starrt und kaum spielen, geschweige denn rennen kann tut mir weh. Zusätzlich habe ich zu ihr (von den Kindergartenkindern) mit die beste Beziehung. Sie hatte auch so wenig gegessen, dass ihr die Nahrungsaufnahme inzwischen weh tut (ich habe sie auch schon ein paar mal gegen ihren Willen gefüttert, auch keine schöne Erfahrung).

Das Schlimmste ist die Hilflosigkeit, mit der man dem ganzen gegenüber steht. Wenn das Kind nicht kommt, kann man ihm nicht helfen und wenn die Mutter es nicht bringt ist man mittellos.

Es ist ziemlich tragisch und es macht einmal mehr deutlich, was für ein Privileg es ist in einem Land zu leben, wo Unterernährung eben nicht normal ist. (Die ist nämlich durchaus nicht das einzige unterernährte Kind, bei ihr ists nur am krassesten).

 

Reise und Reisebilder

24 Dez

Heute ist Weihnachten, morgen entspannen und packen wir und am 26. gehts los! Eine Woche Uruguay mit Rebekka, die Küste entlangreisen und am Ende Silvester mit einer andere Freiwilligen in Montevideo feiern und am 1. zurück. 

Am 2. gehts dann ab zur bolivischen Grenze und dann wird Richtung Norden gezogen, dieses mal zusätzlich zu Rebekka noch mit Lena, das ist alles noch etwas unklar, heute konnten wir schlussendlich den Bus zur Grenze buchen. 🙂 und dann sind wir hoffentlich pünktlich zum Seminar wieder da. 🙂

Damit ihr diese lange Zeit mit noch weniger Posts als so schon gut übersteht gibts die neue Seite „Reisebilder“, auf der jetzt schon die Uruguaybilder und dann auch die Reisebilder zu bewundern sein werden. 

Ich wünsche euch ein frohes neues Jahr und eine gute Zeit! 🙂

Frohe Weihnachten!

24 Dez

Bzw. Felíz Navidad! Es ist tatsächlich schon Weihnachten. Heute nachmittag habe ich mit meiner Familie geskypt und mir den Baum zeigen lassen. Das überraschende: es zieht mich grade überhaupt nicht nach Hause. Ich sitze hier bei 35 Grad, unser Weihnachten wird vermutlich laut, fröhlich und unglaublich unbesinnlich werden und ich finds ok. 🙂

Wir hatten letztes Wochenende am Samstag in San Pablo, am Sonntag in Creciendo Weihnachtsgottesdienst, bzw. Jahresabschlussfeier und vielleicht liegt es auch mit daran, wie  viel ich dabei mitgeholfen habe und wie gut ich integriert bin, dass ich derzeit eher mit Anti-Heimweh zu kämpfen habe: ich will hier nicht mehr weg! Es macht mir Bauchschmerzen, wenn ich daran denke, dass das in acht Monaten alles vorbei sein soll!

Ein Teilgrund sind sicher auch die unglaublich tollen Mitarbeiter, die ich habe und die sich um mich kümmern (ich hatte am Ende mehr Weihnachtseinladungen, als ich annehmen konnte). Und so ist es schon auch traurig, dass ich jetzt erstmal auf Reise gehe und alle so lange nicht sehe!

Im Anhang ein paar Impressionen unserer Weihnachtsvorbereitung. 🙂

Update

3 Dez

Was inzwischen so passiert ist:

– Die Aktivität in San Pablo hat angefangen

– Wir sind mit 16 Kindern auch ganz gut am Rande unserer Kapazität

– Entsprechende Kinder sind zu großen Teilen … sagen wir mal verhaltensauffällig 😉 Haben beispielsweise in der zweiten Woche der Aktivität steinewerfend die Klohütte des Nachbarn beschädigt und auch im Nachhinein nicht eingesehen, dass das NICHT cool ist…

– Es ist Sommer geworden 🙂 (also wenigstens für mich. Offiziell ist noch Frühling, aber bei 35 Grad weigert sich mein Gefühl das zu akzeptieren.)

– Wir waren ein verlängertes Wochenende in Colonia del Sacramento in Uruguay, was hammerschön war, Bilder folgen evtl. noch

– Es geht auf Weihnachten zu, morgen werde ich den Adventskranz für San Pablo basteln, Samstag wird der Baum aufgestellt. Auch das widerspricht mir bei 35 Grad ein bisschen.^^

– Ich habe mich in Creciendo soweit eingewöhnt, dass ich jetzt inzwischen sicher weiß, was die Kinder dürfen und nicht und sie also durchaus alleine zurechtweisen könnte, wenn sie auf mich hören würden… 😛 Habe aber tolle Mitarbeiterinnen, die mich da unglaublich unterstützen und die Kinder jedes Mal wütend darauf hinweisen, dass sie mich ernst nehmen sollen. 

 

Wie der Tag heute war:

Heute bin ich nach Creciendo gegangen, weil heute eigentlich die Geburtstage gefeiert werden sollten (es werden nämlich immer die Geburtstage eines Monats am Ende des Monats mit Kuchen und Spielen einen Tag lang gefeiert.) War aber nicht, weil das Projekt (bzw. das Viertel) weder Wasser noch Strom hatte. Grund: ein Unwetter von ca 20 Minuten, was gestern schon dafür gesorgt hat, dass wir die Aktivität in CSP früher beenden mussten. Alle Stromleitungen liegen nämlich oberirdisch und sind dadurch relativ anfällig und bei der hohen Anzahl der gefallenen Bäume wars also keine Überraschung, dass der Strom weg war. 

Also alle Kinder heim geschickt, die Mitarbeiter sind trotzdem geblieben, haben gebastelt und geplant und die Küche funktioniert auch immer (wenn auch heute mit Schwierigkeiten, da mit extrem wenig Wasser), denn die Familien können sich, in solchen Fällen, oder auch wenn das Kind mal krank ist, das Essen abholen. (Ende Dezember bekommt auch jede Familie ein Essenspaket für den Januar, in dem das Projekt zu ist, damit die Kinder zu essen haben.)

Ganz schön krass, was so ein kleiner Sturm da ausmacht. 

Die Geburtstage feiern wir jetzt morgen. Falls es dann wieder Wasser und Strom gibt…..

 

Was demnächst so passiert

Meine Planung für Weihnachten ändert sich derzeit relativ häufig. Derzeit ist der stand der Dinge, dass am 21. Weihnachtsgottesdienst in San Pablo ist, am 22. Fiesta de fin de año in Creciendo, am 23. werd ich schauen, dass ich mich mit Freiwilligen zusammentu und am 24. feier ich entweder im Barrio mit einer Familie oder mit andern Freiwilligen, da bin ich noch etwas unsicher. Dann entweder noch mal arbeiten oder gleich losreisen, ja nachdem, wies sich ergibt. Geplant ist irgendwas in Richtung Uruguay, Peru, Bolivien, Nordargentinien, man wird sehen. Ende Januar ist dann auch schon Zwischenseminar und danach kommen Franzi und Ellen zu Besuch. Die Zeit vergeht unglaublich schnell… Grade eben irgendwie schon zu schnell… :/

Ansonsten in näherer Zukunft: Donnerstag gehen wir wohl ins Kino, also so meine WG,  Samstag basteln wir mit den Kindern im Kindergottesdienst Adventskränze, Sonntag 2. Advents-Feier am Rio, nächste Woche fangen wir an in Creciendo Wasserspiele zu machen, um die Hitze irgendwie zu ertragen (man kann die Kleinen nämlich schlecht im Schatten halten…), das wird schön. 🙂

Was ich jetzt als nächstes mache: Einkaufen gehen für den WG-eigenen Adventskalender. In dem Sinne: Schöne Adventszeit. 🙂

Und noch mehr Bilder

3 Dez

Weil ich eh nicht glaube, dass alle die langen Texte lesen… Noch ein paar Bilder aus Creciendo, diesmal: Brot backen mit den Dreijährigen. 🙂

Festival Artístico

3 Dez

BildLetzten Freitag haben die Jugendlichen aus meinem Zweitprojekt Creciendo eine Art Kulturfest veranstaltet. Natürlich waren wir auch dabei (Ulli, Rebekka und ich). Das Schöne war, dass ich mich zugehörig gefühlt habe. Die Kinder kennen mich inzwischen alle, ich hatte ständig irgendwen auf dem Arm, die Mitarbeiterinnen haben mich ihren Ehemännern, Kindern etc. vorgestellt und es war irgendwie so selbstverständlich, dass ich auch da war. Außerdem wurde ich gleich zu einem Geburtstag und einer Kommunion eingeladen… 🙂

Es gab verschiedene Bands, zwei kleine Schauspiele, eine Reggeaton-Tanzgruppe, viel Essen und am Ende Murga. Murga lässt sich schlecht beschreiben, ist landesüblicher Tanz mit Percussion und in unserem Fall auch mit Trompete und Gesang, es waren zwei Gruppen da, eine davon die des Barrios. Wir haben irgendwann natürlich einfach mitgetanzt. 🙂

Hier ein kleiner Einblick von Murga (Ab Minute 4 hat man mal nur die Musik)

Das Besondere für mich war, dass das ganze Fest so unmittelbar war. Wir waren mitten drin. Alles war selbst gemacht, mit wenig Mitteln und viel Herzblut, alle künstlerischen Beiträge waren von Studienkollegen/Onkeln/Söhnen/etc., natürlich kostenlos und gerne aufgeführt, auf hohem Niveau und alle sehr typisch argentinisch. Und es war eben komplett anders. Nicht wie in der Stadt, wo die Unterschiede auf den ersten Blick nicht immer deutlich sind. Es war argentinisch. Und dadurch für uns unglaublich wundervoll. 🙂

„Unser“ Barrio: San Ambrosio

3 Dez

Ein längst überfälliger Eintrag: ein paar Informationen über das Viertel, in dem ich arbeite.

Rein äußerlich: Die Straßen sind teilweise befestigt, teilweise auch mit Autos eher schwer befahrbar. Die Häuser sind alle selbstgebaut und alle mit Wellblechdach. Das geht aber dann von Hütten aus Holz und Wellblech bis hin zu durchaus hübschen kleinen Häuschen mit gepflegtem Garten, einige sogar verputzt (wobei wir vermutlich nicht Garten sagen würden, weil eigentlich niemand dort Rasen hat, viel zu heiße Sommer, viel zu wenig Wasser).

 Über die Menschen lässt sich natürlich sehr schlecht etwas verallgemeinertes sagen. Ein Mann aus dem Viertel, mit dem ich mich unterhalten haben, hat mir gesagt, wenn er das Viertel in eine gesellschaftliche Schicht einordnen sollte, würde er sagen, sie sind „Trabajadores“, Arbeiter, also etwas zwischen Unter- und Mittelschicht. Als wirklich arm sehen sich die wenigsten, man hat ja irgendwie zu essen und man hat ja irgendwie ein Dach über dem Kopf und es gibt ja doch immer noch so viele, denen es noch schlechter geht.
Ansonsten sagen sie selbst, dass es in dem Viertel natürlich große Probleme gibt, die Kriminalität ist relativ groß, dass aber die meisten Menschen sehr sehr freundlich und offen sind und dass die Hilfsbereitschaft unter Nachbarn unheimlich groß ist (was ich total bestätigen kann). Es gäbe eben, wie überall, gute und schlechte Menschen.
Die hohe Kriminalität hat verschiedene Gründe, einer davon sind die Drogen. Es ist jedem genau bekannt, wo und von wem Drogen gedealt werden, die Polizei wird wohl ab und an gerufen, kommt aber schon lange nicht mehr und ist wohl an Vielem in Sachen Drogen auch nicht ganz unbeteiligt, was allgemein bekannt ist.
Allgemein kommt die Polizei im Viertel nicht immer, wenn sie gerufen wird, es ist eben bekannt, dass die Verbrechen keine Einzelfälle und dass Einfluss und Vermögen der Betroffenen vermutlich eher gering sind.
Andere große Probleme:
Bildung. Die Kinder gehen sehr unregelmäßig in die Schule und nicht alle schließen die Oberschule ab, die aber für die meisten Berufe verpflichtend ist. (Viele Mädchen brechen beispielsweise ab, weil sie dann mit 14-18 eben schon ihr erstes Kind bekommen.) Daher gibt es viele Angebote für Erwachsene, die Ober-, oder aber auch die Grundschule nachzuholen.
– Häusliche Gewalt. Ein ganz großes Thema, sowohl gegen Frauen als auch gegen Kinder. Beides bekomme ich im Kindergarten mit, weil man die Verletzungen bei den Kindern natürlich sieht. Am Schlimmsten ist, dass die Kinder oft gar nicht genau wissen, wofür ihre Eltern sie eigentlich bestraft haben und dass diese Aktionen in vielen Fällen von der unglaublichen Überforderung und Hilflosigkeit der Eltern zeugen.
Die Frauen fühlen sich in vielen Fällen abhängig von ihren Männern und schaffen es deshalb oft nicht, sich dauerhaft von ihrem Mann zu trennen, selbst wenn er ihnen und den Kindern furchtbare Dinge antut.
Vor einigen Jahren gab es in der Casa San Pablo eine Aktion der damals existierenden Frauengruppe gegen sexuelle Übergriffe gegen Kinder, ich habe die entsprechenden Transparente in der CSP gefunden und Bilder gesehen. Dabei sind sie mit Transparenten durchs Barrio gezogen und haben die Häuser mit Farbe markiert, in denen Kinder in irgendeiner Form sexuell missbraucht werden. Was ich daran so erschreckend fand ist, dass offensichtlich alle Bescheid wissen und sich trotzdem nichts ändert.
Absenz staatlicher Hilfe. In CSP gibt es eine Psychologin und eine Sozialarbeiterin, beide arbeiten mit den Familien, Cecilia, die Sozialarbeiterin, geht beispielsweise mit schwangeren Frauen, deren Familien sich nicht kümmern, zur Vorsorge, vermittelt, unterstützt und informiert.
Oft geht es schon um so grundlegende Dinge, wie, dass Kinder keinen Ausweis haben. Das Problem ist, dass in vielen Fällen die Probleme eigentlich an die verantwortlichen höheren Stellen weitergeleitet werden müssten, dass diese aber vollkommen überlastet sind mit dem Ausmaß an Armut und Problemen und dass deswegen von dort kaum Hilfe zu erwarten ist.
In einer Familie beispielsweise kümmert sich ein 18 jähriges Mädchen um ihre 14 Monate alte Tochter, ihren geistig und körperlich schwerbehinderten 16 jährigen Bruder und ihren Opa, zusammen mit ihrer schwangeren 20 jährigen Schwester, die Mutter wohnt nur selten bei ihnen. Die 18 jährige ist mit dieser Aufgabe, verständlicherweise, vollkommen überfordert, der Bruder hatte bis vor kurzem keinen Pass, war nicht registriert, hast dadurch auch keinerlei Hilfe bekommen.
Seit einigen Wochen hat er jetzt zumindest einen Rollstuhl, was bei einem Gehbehinderten ja aber eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Allerdings ist die Situation sowohl für die Familie, als auch für den Jungen eine große Belastung, da sich niemand um ihn kümmern kann, er aber intensive Pflege bräuchte. Seit Wochen wird jetzt darum gekämpft ein Platz in einem Pflegeheim für ihn zu bekommen, bisher ohne Erfolg.
Armut. Simpel und trotzdem ganz schön schwierig. Die Menschen haben zu wenig Geld. Und dass es in den meisten Familien zum Essen reicht, ist nicht gerade aussagekräftig. Trotzdem gibt es Familien, in denen Mutter und drei Kinder zusammen auf einer Matratze auf dem Boden schlafen, trotzdem haben einige Kinder kein passendes und intaktes Kleidungsstück, trotzdem sind die kleineren Geschwister oft unterernährt, weil wer arbeiten geht zuerst zu essen bekommt.
Wer keine Arbeit hat geht trotzdem arbeiten, schwarz, man muss ja die Familie irgendwie ernähren und die staatlichen Pläne (Sozialleistungen für Kinder, studierende Mütter, große Familien etc. ) reichen bei weitem nicht aus.
Ich habe mich zum Beispiel mal mit dem Koordinator des Fußballclubs des Barrios unterhalten, er meinte die beiden größten Probleme seien auf der einen Seite, dass sie keine Trikots finanzieren können, auf der anderen, dass die Kinder zu wenig essen und deshalb nicht richtig trainieren können. Für die Finanzierung der Trikots gibt es Anfang nächsten Jahres wohl eine große Aktion, allerdings ist natürlich kein Geld da um die ganzen Kinder zu ernähren.

 

ABER:

Natürlich leben in dem Viertel nicht lauter verzweifelte, ungebildete, überforderte, verarmte Menschen.
Wie überall sind die Menschen auch in dem Viertel bunt gemischt. Menschen mit verschieden Studien, mit verschiedenen Talenten und Fähigkeiten, mit verschiedener Herkunft (die Diskriminierung gegen Einwanderer aus Paraguay ist übrigens auch ein Problem), verschiedenen Glaubens und mit verschiedenen Lebensphilosophien. Ganz normales Leben eben. Nur für uns eben ein bisschen anders…